kontakt:

 
 
 

Wandertour 24. Juni 2012: Großer Rosennock
schau dir hier die Bilder und das Video von dieser Tour an

Es war etwa wie die Geschichte von den 10 kleinen Negerlein: Am Anfang gab es viel Anmeldungen, doch je n äher der Wandertag rückte, umso mehr Leute meldeten sich ab. Am Samstag waren dann keine mehr übrig. Bis am Abend, als mich Franz anrief, ob es noch Platz für zwei Personen und zwei Hunde gäbe. Aber natürlich! Also eine Uhrzeit und einen Treffpunkt ausgemacht und los geht es.

In unserer Minikolonne fahren wir in Richtung Rakov Škocjan , wo uns eine Überraschung erwartet: Der Rak, der Fluss der hier normalerweise fließt, ist so gut wie trocken. Nur ein paar Tümpel sind übrig geblieben. Ich komme schon zehn Jahre hier her und habe den Rak noch nie so trocken gesehen. Es hat aber auch seine Vorteile: Wir können jetzt dem Bachbett unterhalb vom Veliki Naravni Most (Große Naturbrücke) folgen. Dieser Felsbogen ist ein Überbleibsel einer riesigen Höhle deren Decke eingestürzt ist. Das Bachbett wendet sich nach links und nach ein paar hundert Meter verschwindet es unter der Erde in die Tkalca Jama (einer Höhle). Jetzt können wir in diese Höhle hinein marschieren und uns umsehen. Zum Glück haben wir unsere Stirnlampen dabei. Über einen Steilhang und dem zweiten Ausgang steigen wir wieder ins Tageslicht.

Auf der anderen Seite der Straße steigen wir erneut hinunter zum Bach, folgen diesem jetzt aber stromaufwärts. Die Hunde rennen um uns herum und spielen überall wo es nur möglich ist. Auf einer Wiese werden Stöcke apportiert und gespielt. Das Gelände wechselt ständig: Wälder und Wiesen werden gequert und wir kommen an Stellen vorbei die bei Hochwasser zu Quellen werden. Jetzt ist aber alles trocken und staubig. Und dabei hat es in Österreich in den letzten Tagen fest geregnet.

„Da ist die Hütte, jetzt brauchen wir etwas zum Trinken“ meinen wir und sitzen schon ein paar Minuten später auf der Terrasse bei einem Getränk. Wir reden über Gott und die Welt, aber hauptsächlich über Hunde: Die beiden Welpen von Franz und Martina und unsere Hunde sind sehr unterschiedlich. Die Kleinen möchten am liebsten den ganzen Tag spielen, unsere sind schon um einiges älter und möchten ihre Ruhe haben.

Die Tour geht weiter, am Rak vorbei. Jetzt, da die Gruppe klein ist und die Leute alle Bergerfahrung besitzen, meiden wir auch nicht die Kletterstellen. Die Hunde werden, einer nach dem anderen, über die Felsstufen gehoben. Wir erreichen eine Höhle auf der anderen Seite des Nationalparks. Aber hier steht das Wasser zu einer tiefen Lache. Zu tief zum Queren, aber schön genug um Bilder zu machen. Wir queren das Bachbett und steigen am anderen Ufer hinauf, machen einen kleinen Umweg und besuchen eine weitere kleine Höhle, die eine Aussicht auf die vorher besuchte große Höhle bietet. Die Aussichtsstelle ist aber etwa 25m höher und befindet sich hoch in einer Felswand.

Die nächste Höhle ist wohl die größte im Park: Želske Jama . Nach einer Strecke von einigen Kilometern kommt hier das Wasser des Raks wieder ans Tageslicht. Das heißt, wenn der Bach fließen würde… Man kann von der Mali Naravni Most (der kleinen Naturbrücke) den 60m tiefer gelegenen Eingang sehen. Der Blick ist einmalig und beeindruckend. Für die Höhlenforscher sind hier Haken eingebohrt, damit man sich hier abseilen kann. Aber es gibt für Wanderer einen leichten Abstieg: Direkt hinter uns führt ein Steig zu einer zweiten Doline hinunter und von da erreicht man die Želske Jama auch. Wo wir als Höhlenforscher im Winter noch bis zu den Hüften im Wasser standen, balancieren wir jetzt über die Felsbrocken und erreichen so den Sandstrand direkt hinter den Eingang. Weiter geht es nicht, weil wir jetzt weder Boote, noch Neoprenanzüge mithaben...

Nachdem wir uns alles mögliche in diesen beiden Dolinen angesehen haben, treffen wir uns auf dem Rückweg. Wir steigen wieder hoch zur Forststrasse und verschwinden wieder im Wald. Es geht wieder gemütlich hinunter zum Rak und bei einer Brücke queren wir zum anderen Ufer. Jetzt folgen wir nicht dem Weg durch den Wald, aber den Wiesen am Uferentlang bis wir wieder die Große Naturbrücke erreichen. Steil hinauf geht es zum Auto. Im Vrhnika wird gegessen und danach weiter in Richtung Villach. Ein schöner Tag ist wieder zur Ende.