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Richard Waldau

der Tierarzt für's Herz
www.herz-tierarzt.at


Bevor wir mit unseren Hunden in die Natur gehen, sollten wir uns zuerst ein paar Gedanken über die „alpinen Gefahren“ machen, die unsere tierischen Begleiter betreffen:

Zecken: Sie sind Überträger zahlreicher Krankheiten wie z.B. der Borreliose (Impfung möglich), Babesiose, Ehrlichiose… die im schlimmsten Fall akut und tödlich verlaufen können. Um schon das Anbeißen der Parasiten zu verhindern, haben sich sogenannte „Spot-ons“ sehr gut bewährt. Tatsache ist aber, dass nur bestimmte der am Markt befindlichen Medikamente auch ausreichenden Schutz bieten.

Herzwurm: Er wird durch blutsaugende Insekten übertragen und kommt vermehrt südlich der österreichischen Grenze in tieferen Lagen vor. Da eine Therapie im Nachhinein nicht möglich bzw. gefährlich ist, sollte man mit speziellen Wurmtabletten (die auch gegen die üblichen anderen Darmparasiten wirken) vorbeugen.

Dein(e) Tierarzt(in) berät Dich sicher gerne über Zeckenschutz und Herzwurm-Prophylaxe.

Insekten-Stiche: Sie werden in der Regel gut überstanden, können aber im Einzellfall zu einer gefährlichen Schwellung im Halsbereich oder zu Schockzuständen führen. Die betroffene Stelle sollte gekühlt und ein Tierarzt aufgesucht werden.

Schlangenbisse: In Kärnten kommen Kreuzottern relativ häufig vor. Ein Biss ist umso lebensbedrohlicher, je kleiner der Hund ist. Auch hier sollte rasch ein Tierarzt aufgesucht werden.

Herz-Kreislauf: Gerade an heißen Tagen sollte man sich überlegen, ob man älteren Freunden im Pelzmantel die Strapaze einer längeren Wanderung zumuten kann. Auf keinen Fall sollte auf ausreichend Wasser vergessen werden, gegebenenfalls auch zum Kühlen von Nacken und Rücken.

Sonne: Auch Hunde können einen Sonnenbrand mit schweren Hautentzündungen an unpigmentierten Hautstellen bekommen, sofern sie nicht gut durch dunkle Haare oder eben einen Sun-Blocker geschützt sind (Nasenrücken!)

Verletzungen: Leider liegen in der Natur auch Glasscherben, Nägel und Blechteile herum, die oft Ursache für Ballenverletzungen sind (teilweise mit Durchtrennung der Sehnen). Da Hunde am Berg meist hoch motiviert oder aufgedreht sind, laufen sie trotz schwerster Verletzungen weiter, sodass die Besitzer das Trauma oft unterschätzen. Wichtig sind dann Schonung sowie Desinfektion und Wundschutz aus der eigenen Rucksack-Apotheke. Sehr nützlich ist ein leichter Neopren-Schuh aus dem Zoofachgeschäft, der auch wundgelaufene Pfoten schützt.

Im Winter pflegt und schütz einfache Vaseline oder Hirschtalg vor Eisklumpen zwischen den Ballen. Besondere Vorsicht bei Skitouren: Viele rassige Abfahrten endeten schon mit bösen Sehnen- und Haut- Schnitten durch Skikanten beim Tierarzt.

Ausland: Seit einigen Jahren ist der blaue „EU-Heimtier-Pass“ Pflicht bei jedem Grenzübertritt innerhalb der EU und deren Außengrenze. Der Hund muss gechipt und registriert sein und die Chip-Nummer sowie die gültige Tollwut-Impfung im Pass eingetragen sein. Die Leinenpflicht auf öffentlichen Plätzen gilt auch in den meisten Nachbarländern, in Italien muss darüber hinaus ein Beißkorb mitgeführt werden und der Hund im Auto in einem Zwinger oder mittels speziellem Gurt gesichert sein.